Entscheidungshilfe für Minimalisten

Bei Minimalismus denken die Meisten an wenig Konsum, spartanische Wohnungsausstattung oder gar Bescheidenheit. Doch Minimalismus ist mehr. Das berühmt KISS-Prinzip ist zum Beispiel ein Minimalismus-Gebot.

Gerade bei schwierigen Entscheidungen empfiehlt sich ebenfalls oft eine minimalistische Herangehensweise. Eine Entscheidung, die mir Schwierigkeiten bereitet, tut dies nicht unbedingt deshalb, weil von ihr so viel abhängt. Mit geschlossenen Augen eine vielbefahrene Straße zu überqueren dürfte, außer für einen Suizidversuch, eine ganz offensichtlich denkbar schlechte Entscheidung sein.

Hier muss ich nicht lange nachdenken. Aber ob ich nun diesen einen etwas ungewöhnlichen Satz in ein Bewerbunsschreiben einfüge, welches Hemd, welche Bluse, ich zum Bewerbungsgespräch anziehe, ob ich meinem Freund
Dice
in einer bestimmten Angelegenheit die nackte Wahrheit sage oder doch lieber schweige — im Alltag machen uns solche Entscheidungen oft schwer zu schaffen, bei denen wir gerade nicht genau wissen, wie sie sich auswirken werden oder bei denen in der Folge ein Sowohl als Auch zu erwarten gilt. Oft macht dann der Entscheidungsprozess mehr Stress, als das, was hinterher tatsächlich eintritt.

Manchmal macht es dann Sinn, einfach etwas Zeit zu gewinnen und die Entscheidung an unbewusste Instanzen zu delegieren. Der berühmte Satz „Da muss ich mal eine Nacht drüber schlafen“, drückt das aus. Und oft funktioniert es auch. Am anderen Morgen wissen wir plötzlich, was wir wollen, die Zweifel wurden vom Unbewussten einfach während des Schlafens ausgeräumt.

Manchmal hilft aber auch eine andere sehr einfache Methode, die ich nicht selten anwende und das ist: Würfeln. (Oder auch eine Münze in die Luft werfen und Kopf und Adler bestimmen lassen).

Probiert es einfach aus. Ein Würfel oder Münzwurf kann den Alltag oft sehr viel stressfreier gestalten, als ermüdende Diskussionen mit sich oder anderen.

Das Leben ist einfach oft schöner.