Obdachlos okay, „unernste Bewerbung“ sanktionsbewehrt…

Aus einem sich mir nicht völlig erschließenden Grund genießen Obdachlose und Behinderte unter den Armen einen Sonderstatus in der Mittelschicht und bei den üblichen Spießern, wie sie ja auch in den Gerichten rumsitzen und Urteile fällen.

Entsprechend hat nun das Landessozialgericht Baden-Württemberg entschieden, dass Wohnungslose nicht verpflichtet werden dürfen, sich um eine Wohnung zu bemühen, um damit ihre Job-Chancen zu erhöhen.

Das ist zwar durchaus begrüßenswert, beisst sich nur mit Entscheidungen zB des Bundessozialgerichts zu so genannten unernsten Bewerbungen. So reicht es oft schon für eine Sanktion, wenn ein Bewerber im Bewerbungsgespräch sich etwa Bedenkzeit erbittet oder äußert, dass die Stelle nicht ganz dem entspricht, was er eigentlich sucht. Auch mit Alkoholfahne zum Bewerbungsgespräch zu erscheinen, kann ein Sanktionsgrund sein. Aber wenn ein Bewerber die Frage nach dem Wohnort mit: „Ich lebe auf der Straße und das ist gut so“ beantwortet und damit wohl wirklich jede Chance auf einen Job verbaut, so ist dies also sein gutes Recht. Gut zu wissen. Besser noch zu erkennen, dass das gesamte Sozialrecht für die Tonne ist mit tausenden verrückten Regelungen, sich widersprechenden Urteilen und vor allem voll mit Vorurteilen.

Das beste Sozialrecht wäre kein Sozialrecht. Noch Fragen?