Inklusion ist auch die Politik, Mauern einzureißen

Nach meiner Ankündigung mich auf das Thema „Gutes Leben mit Hartz 4“ zu beschränken, erhielt ich gemischte Reaktionen.

Einige fanden das gut, andere fragten, ob ich jetzt unpolitisch würde und das System Hartz 4 nicht mehr kritisieren wolle. Letzteren eine kurze Antwort: Mir ist klar, dass ich mit meinem Anliegen einen schmalen Pfad betrete. Wenn ich etwa schreibe, dass und wie ich von meinem ALG II noch spare, könnte dies als Beispiel missbraucht werden, dass Hartz 4 ja also gar nicht so schlimm ist, weil man damit ja schließlich „ein gutes Leben” führen könne. Genau das ist selbstverständlich nicht mein Anliegen (aber vielleicht der Grund, warum es mir etwas schwer fällt, mit diesem Thema hier durchzustarten.)

Mir geht es um Inklusion, darum, zu zeigen, dass wir „Hartzer” nicht automatisch die ganz Anderen sind, weder die Faulen, noch die bemitleidenswerten Armen. In diesem Zusammenhang fand ich den Vortrag einer türkischen Autorin interessant, den ich hier verlinke (englisch, mit deutschen Untertiteln), obwohl Hartz 4 hierin überhaupt nicht unmittelbar Thema ist.

Ihre Kernaussage:

If you want to destroy something in this life, be it acne, a blemish or the human soul, all you need to do is to surround it with thick walls. It will dry up inside.

Ein Gedanke zu “Inklusion ist auch die Politik, Mauern einzureißen

  1. Menschen, die freiwillig auf existentielle Rechte verzichten und dazu unterschreiben muss man wachrütteln und aufklären.

    Alle SB und Richter im Sozialrecht sind auch Hartzies, sie bekommen ihr Geld wegen des SGB II und ebenfalls vom Staat.

    Inklusion heist, auch diese moralisch „Armen“ und Betroffenen mit aufzunehmen. Es ist der Dialog aber auch die Aufklärung an Menschen, dass sie allzu oberflächlich und leichtfertig meinen

    man müsse Grund- und Menschenrechte in der BRD beantragen.

    Wussten die etwa erst nach der Pisa-Studie, das das Volk reif für Hartz 4 war oder war das nur der finale Test?

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