Wie ein Camping-Gaz-Kocher und ein angehender Sternekoch mein Leben veränderte

Es ist sicher 30 Jahre her, aber immer noch gegenwärtig. Ich war zusammen mit Claudia, meiner ersten Frau im VW-Bus in Frankreich. Auf der Rückfahrt nahmen wir einen jugendlichen Tramper mit. Er erzählte uns, dass er gerade eine Ausbildung als Koch macht, in einem 3-Sterne-Restaurant. Wir erreichten einen schönen Strand in der Normandie. Der Koch sammelte dort Miesmuscheln. Dann schaute er, was wir an Essbaren dabei hatten. Er fand eine Zitrone, Butter und Toastbrot. Dann kochte er die Muscheln auf unserem kleinen Camping-Gaz-Kocher. In der Zwischenzeit vermengte er Brot mit Butter. Danach holte er die Muscheln aus der Schale, füllte die Schale mit einem Klecks des Brot-Butter-Gemischs, setzte die Muschel oben drauf und gab ein paar Spritzer Zitronensaft drauf. Alles zusammen setzte er wieder in den Topf auf den Camping-Gaz-Kocher. Nach ein paar Minuten aß ich das erste Mal in meinem Leben mit großer Begeisterung Muscheln. Die mir bekannte Zubereitungsart in Brühe, wie ich sie von meinen Eltern und aus deutschen Kneipen kannte, hatte mir nie geschmeckt.

Es war die Kombination von super leckerem Essen mit absolut minimalistischen Mitteln, die mich so nachhaltig begeistert hatte. Der Koch meinte damals, dass ein Backofen für dieses Gericht eigentlich besser wäre. Stimmt. Habe ich nämlich danach noch oft so zubereitet.

Zwar besitze ich einen Induktionsherd, den ich auch ganz toll finde. Und einen Backofen, der über 300 Grad Hitze erzeugen kann. Beides möchte ich nicht missen. (Während ich schon seit Jahrzehnten keine Mikrowelle mehr benötige). Aber ich liebe dennoch einfache tolle Gerichte, die mit einer Pfanne und einer Flamme auskommen, irgendwie…