Locker in die Existenznot? Eine Glosse zur U25-Webseite des Dortmunder Jobcenters

Szene aus dem Dortmunder Jobcenter:

Kommt ein 24-jähriger Hartzi zu seinem Fallmanager ins Büro gestürmt:

»Ey, Alter, was geht?«

Der Fallmanager nimmt seine iPod-Kopfhörer raus, die Beine vom Tisch und strahlt seinen Kunden an:

»Alles Klar, Mann. Schön dich zu sehen. Aber hey! Ich muss dich sanktionieren, 100%, weisst schon, kein Geld für Essen, Strom und Zigaretten. Tut mir leid Mann, hättest die Maßnahme nicht schwänzen sollen«

Der Hartzi winkt ab.

»Ach, mach dir keinen Kopf, Bruder. Du gibst mir doch sicher Essensgutscheine. Da kauf ich mir dann Billigwasser von und das Pfand tausch ich gegen Bares. Da kauf ich mir dann Aktive von. Und Scheiß auf die Stromrechnung. Was zu Fressen krieg ich ja in der Suppenküche oder der Tafel«

Der Fallmanager:

»Ach hey. Wenn du zur Tafel gehst, dann kannst du mir vielleicht dieses leckere Körnerbrot vorbeibringen, falls die das noch haben, ja? Aber nicht, wenn schon Schimmel drauf ist.«

Der Hartzi:

»Klar Bruder, mach ich.«
Der Fallmanager:

»Und morgen gehst du dann wieder zur Maßnahme oder? Du weisst ja, sonst dürfen wir dir auch keine Miete mehr zahlen, haha. Dann sitzt du auf der Straße«

Der Hartzi:

»Ach. Scheiß auf die Bude. Ich mach mich da doch nicht zum Deppen. Nee, da geh ich nicht mehr hin. Kommt doch jetzt der Winter und wenn es schneit, dann bau ich mir ein Iglu, ist doch geil oder?«

Der Fallmanager:

»Hey, so kenn ich dich, Bruder. Du hast voll die richtige Einstellung Alter, ehrlich.«

Der Hartzi verlässt strahlend das Büro. Ende

Anmerkung:

Sanktionen sind nicht lustig. 100%-Sanktionen und schon die Drohung damit halte ich für ein Verbrechen. Auch die UNO kritisiert das deutsche „Sozial”-System und fordert Deutschland unter anderem auf, die Zwangsarbeit abzuschaffen.

Helga Spindler spricht von einer Rückkehr der Sklavengesellschaft.

Auch in Dortmund sind die Sanktionen angestiegen, sagt Nancy Ann Ritschl von den Dortmunder Linken.

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